Ballsortiment für Sportbowler

Je nach Spielerlevel und Ambitionen ist ein unterschiedlicher Aufbau des Ballsortimentes notwendig. Soll das Sortiment erweitert werden, braucht man sich nur zu fragen, auf welchen Bahnbedingungen man mit seinen derzeitigen Bowlingbällen nicht zurecht kommt.

2-Ball-Sortiment
Einen medium starken Allroundball und einen Räumball. Kann man durch die Wurftechnik sowohl mit als auch ohne Bogen werfen, kann man auch anstatt dem Räumball einen schwachen Reaktivball nehmen.

3-Ball-Sortiment
Einen medium starken Allroundball, einen Räumball und einen Ball für die Momente bei denen man mit dem Allroundball am wenigsten zurecht kommt. Wirft man z.B. relativ langsam wird man auf trockeneren bzw. abgespielteren Bahnen weniger gut zurecht kommen als auf frischen Bahnen. Dann wäre ein schwacher, länger rutschender, polierter Ball als Zweitanwurfball angebracht. Wirft man eher schneller mit weniger Rotation, wird man auf frischen, öligen Bahnen mehr Probleme haben und sollte dann zu einem matten, reibungsstarken Ball greifen.

4-Ball-Sortiment
Ein matter starker Ball für ölige Bahnen, einen medium Allroundball, einen schwachen hoch polierten und einen Räumball.

5- oder mehr Ball-Sortimente
Das Sinnvollste was man meiner Meinung nach machen kann, wenn man noch mehr Bahnbedingungen abdecken will, ist weiter in den drei Kathegorien ölig, medium und trocken und bleiben, aber mit verschiedenen Bohrlayouts zu arbeiten, um das Laufverhalten der Balle weiter zu verfeinern.
Bälle gibt es mit unterschiedlichen Kernen: größere und kleinere Kerne. Die kleineren haben eine höhere Massedichte und sind aufgrund des kleineren RG (Radius of Gyration – Schwungmasseradius) leichter in Rotation zu versetzen bzw. setzen schneller kinetische Bewegungsenergie durch Reibungswiederstand in Rotationsenergie um. Bälle mit größeren RG sind träger und brauchen länger um auf die einsetzende Reibung im Backend der Bahn zu reagieren. Der Hauptunterschied ist nicht grundsätzlich die Hookstärke, also die Anzahl an Leisten, die ein Ball bei gleicher Wurftechnik im Stande ist zu überqueren, sondern der unterschiedliche Einschlagswinkel in den Pins. Manchmal wird man auf Bahnen treffen, bei denen dauernd die Eckpins stehen bleiben. Entweder ist der Einschlagswinkel dann zu klein oder zu groß. Hat man zwei gleich starke Bälle: der eine rollt früher an, der andere später; kann man so auf der gleichen Spiellinie den Einschlagswinkel verändern. Entweder benutzt man dafür zwei Bälle mit gleicher oder ähnlicher Schale und Oberflächenbeschaffenheit und verschieden großen Kernen oder man nimmt zweimal den gleichen Ball mit deutlich unterschiedlichen Bohrlayouts.