Ballpflege

Warum muss man seinen Bowlingball sauber halten?

Wer mit Bogen werfen möchte braucht Reibung. Die Bahn ist in der Regel etwa 2 Drittel weit mit einem Ölfilm überzogen, dort soll er rutschen. Im trockenen letzten Drittel kann der Ball greifen und seine Rotation in einen Richtungswechsel umwandeln. Schmutz und Öl auf dem Ball sind dafür nicht förderlich. Bei Reaktiv-Bällen kommt zu dem Schmutz auf der Oberfläche noch das Öl hinzu welches in die Schale einzieht. Der Drang vom Konsumenten nach mehr Bogen in den letzten 20 Jahren hat die Hersteller dazu gebracht, Bowlingbälle zu entwickeln welche das Öl aufsaugen können. Das erzeugt auf der Bahn früher und mehr Reibung. Also auch mehr Bogen. Der Nachteil dieser Technologie ist allerdings, dass die Schale irgendwann mit Öl gesättigt ist und die Reibungsstärke schlagartig abnimmt. Ein moderner reaktiver Bowlingball ist dann aber noch lange nicht kaputt.

Das Öl muss wieder raus!

Eingezogenes Öl kann mittels Wärme wieder dazu gebracht werden aus dem Ball auszuschwitzen. Neben mutigen Methoden wie dem heimischen Backofen oder der Spülmaschine bieten gut ausgestattete Bowling-Geschäfte mit einem speziellen Ballofen eine sichere Möglichkeit einen Ball wieder zu entölen. Diese Maschinen arbeiten mit kontrollierter Temperaturzufuhr. Ein Bowlingball darf nicht wärmer werden als 51 Grad Celsius, da sonst die Weichmacher, welche das Material weich und damit griffig machen, ausdünsten und der Ball seine Reibungsstärke verliert. Damit gar nicht erst zu viel Öl in die Schale einziehen kann, ist das Putzen mit einem trockenen Mikrofasertuch schon zwischen den Würfen ein adäquates Mittel. Nach dem Training dann mit einem kräftigen Ballreiniger die Oberfläche vom Schmutz und Öl befreit, arbeitet ein Bowlingball recht lange. Für den teuren High-End-Bowlingball sollte man sich auch einen Reiniger speziell für Bowlingbälle leisten. Ansonsten sind alle Mittel erlaubt die Kunststoffe nicht angreifen oder einen Schutzfilm hinterlassen. Auf keinen Fall Aceton benutzen. Das beschädigt das Material. Isopropyl-Alkohol ist ein grenzwertiges Mittel, aber für das gelegentliche Entfernen von besonders hartnäckigen Schmutz wie Gummiabrieb akzeptabel. Warm Wasser mit einem Tropfen Spülmittel und einem weichen Schwamm geht auch.

Polyesterbälle saugen kein Öl auf.

Deswegen brauchen sie auch keine spezielle Pflege. Meist hochglänzend poliert wenn sie neu sind, verlieren sie mit der Zeit ihren Glanz. Dann kann es sein, dass der Ball mehr Bogen macht als er soll. Durch neue Politur rutscht er wieder. Bowlingbälle selbst zu polieren ist sehr anstrengend und das Ergebnis nach zwei Stunden von Hand schrubben eher ernüchternd. Der Proshop kann das mit entsprechenden Maschinen in 20 min und der Ball sieht wieder aus wie neu.

Wann sollte ein Ball aufgearbeitet werden?

Ein Reaktiv-Ball kann aufbereitet werden, wenn er nicht mehr so läuft wie er soll. Einen pauschalen Zeitrahmen kann man nicht angeben, da es stark von der Spielfrequenz, der Pflege und dem Zustand der Bahnen abhängt wann sich die Laufeigenschaften so verändern, dass man damit nicht mehr zufrieden ist. Manch einer lässt seinen Ball schon nach 50 Spielen aufarbeiten, andere erst nach 500 Spielen. Grade bei matten Reaktiv-Bällen ist es wichtig die Oberflächenbeschaffenheit in kurzen Abständen, etwa alle 12 bis 24 Spiele selbst in Schuss zu halten. Z.B. mit Schleifvlies. Damit per Hand feste den Ball abreiben und den mit der Zeit entstehenden Glanz beseitigen.

Bei Polyester-Bällen kommt es mehr auf die Optik an. Rund 100 Spiele sollte man schon zwischen dem Aufarbeiten warten. Aber man kann auch länger warten. Wie man möchte.

Kratzer, Kerben, Macken?!

Bowlingbälle sind Verschleißmaterial. Wir schmeißen sie feste gegen die Pins, ab und zu auch mal in die Rinne. Maschinen befördern sie wieder zurück. Sie bekommen Kratzer, Kerben und Macken. Das ist ganz normal. Die einzige Möglichkeit Kratzer auf den Bällen zu vermeiden ist sie zu Hause in die Glasvitrine zu stellen und nicht damit zu spielen.

Wer mit seinem Bowlingball Spaß haben möchte, darf ihn auch benutzen. Wenige große Kratzer beeinflussen das Laufverhalten weniger als die vielen kleinen Mikrokratzer, die man kaum sehen kann.

Kratzer sollten nicht überbewertet werden, es ist erstaunlich wie gut sie beim Aufarbeiten wieder verschwinden.