Bowling Roots

I – Bowling muss Spass machen

Für die meisten von uns ist Bowling eine Feierabend- und Freizeitbeschäftigung, die uns einen kleinen Ausflug aus dem Alltag geben soll. Das gilt nicht nur für die Hobbybowler, sondern interessanter Weise sogar für den Großteil der Sportbowler. Tagsüber Schreiner, Fotograf, Anwalt oder Mechaniker, Abends und am Wochenende Pinumschubser. Neben allem Ehrgeiz, Technik, Wissen und Körperbeherrschung darf man nicht den Spaß am Spiel vergessen. Bowling bleibt was es ist: ein Spiel.

II – Technik ist deine Bewegung

Die Technik, die du spielst ist deine Bewegung und nicht die vom Ball. Der Balllauf ist nur Resultat von deiner Technik. Umso besser deine Technik ist, desto leichter wird es dir fallen den Balllauf zu beeinflussen. Nur wenn du deinen Körper unter Kontrolle hast, wird es dir möglich sein dein Ziel auch zu treffen.

III – Balance ist der Schlüssel

Das Ziel einer guten Bewegung ist die Fähigkeit den Ball kontrolliert genau so zu werfen wie man das will. Also braucht man eine Abwurfposition, die einem dies ermöglicht. Ich kenne keine zwei Profispieler, die exakt den gleichen Anlauf haben. Trotzdem haben alle eins gemeinsam: sie stehen bei der Ballabgabe stabil und balanciert. Bowling ist eine Präzisionssportart. Das Ziel für den Strike ist keine 3½ cm groß und ist über 18 m weit entfernt. Schonmal einen Sportschützen gesehen der freiwillig bei seinem eigenen Sturz schießt?

IV – Anlaufen, Stehen, Spielen

In dieser Reihenfolge funktioniert das beim modernen Bowling ganz gut. Damals, vor 25 Jahren, als wir noch auf echtem Holz gespielt haben, konnte man sehr konstant und weich gleiten. Eine Ballabgabe während der Gleitphase war möglich. Heutzutage ist die Anlauffläche aus Kunststoff. Dieses hoch gepresste Laminat hat unsere Sportart spürbar verändert. Wegen dem sich ständig verändernden und ungleich-mäßigen Reibungswiderstands ist eine kontrollierte Ballabgabe nur noch nach dem endgültigen Stand möglich. Außerdem lassen sich Bälle bei festen Kontakt mit dem Standbein zum Boden mit mehr Schwung abwerfen.

V – Timing bestimmt den Schwung

Ein freier Pendel ist nicht alles. Die eigene Beschleunigung des Körpers muss mit der Pendelsequenz des Balles in Einklang gebracht werden. Den Ball genau im richtigen Moment in den Pendel gebracht, bringt ihn zusammen mit der Körperbeschleunigung richtig auf Speed. Es wirken physikalische Gesetze wie Lageenergie, Gravitation, Massenträgheit, Zentrifugalkraft und Winkelbeschleunigung die man gezielt ausnutzen kann um so mit insgesamt weniger Muskelkraft mehr Energie zu erzeugen. Ein wirkungsvoller Pendel ist entgegen der landläufigen Meinung nicht komplett kraftlos. Wir brauchen z.B. die Kraft in unserem Arm um die Schwungrichtung zu kontrollieren und zu korrigieren. Auch als eine der möglichen Methoden den Balllauf durch Loft anzupassen ist Krafteinsatz im Pendel nicht generell auszuschließen. Grundsätzlich sollte man allerdings mit seiner Kraft sparsam umgehen. Man darf nicht vergessen, dass man auch noch Kraft braucht, um den Winkel des Handgelenks aufrecht zu halten.

VI – Körperhaltung ermöglicht Ballabgabe

Wer will das nicht: am Ball drehen und einen eindrucksvollen Bogen werfen. An der Ballabgabe zu arbeiten ist sicherlich wichtig. Leider wissen die meisten nicht, dass die gesamte Körperhaltung einen bedeutenden Einfluss auf die Handposition am Ball hat. Die Hand hängt am Arm, der Arm an der Schulter, die Schulter am Oberkörper und der auf der Hüfte, die von den Beinen gestützt wird. Die Winkel zwischen den verschiedenen Körperregionen beeinflussen die Hebelkräfte und die Balance. Soll die Hand an eine Position an der sie den Ball andrehen kann, muss die Körperhaltung stimmen.

VII – Bogen bedarf kontrollierter Reibung

Und diese Reibung ist auf Grund der nur sehr kleinen Auflagefläche vom Ball auf der geölten Bahn nur begrenzt verfügbar. Deswegen ist es wichtig seine Wurfgeschwindigkeit auf die Rotation die man dem Ball mitgibt anzupassen. Weder ein rutschender noch ein rollender Ball kann seine Richtung ändern. Ein Bowlingball kann nur exakt in dem Moment einen Bogen machen, wenn er durch Reibung von der rutschenden in eine rollende Bewegung übergeht. Schafft man es diese Übergangsphase genau im richtigen Moment vor dem Einschlag in die Pins zu erzeugen, wird die maximal mögliche Energie genau im richtigen Winkel auf die Pins übertragen.